fair feels good - in music as well...

Seit der Entwicklung des fairen Handels in den 1970er Jahren haben die Konzepte der verschiedenen Kooperationen mehr und mehr an Bedeutung gewonnen, bis in den letzten Jahren von einem regelrechten Boom des fairen und ökologischen Handels gesprochen werden kann. Ziel des „Fair Trade“ mit bspw. Kaffee, Bananen oder auch Tee ist es, den Produzenten vor Ort durch eine Verkürzung der Handelskette, langfristige Zusammenarbeit und garantierte (vom Weltmarktpreis also unabhängige) Preise eine stabile und entwicklungsfähige Zukunft und Lebensgrundlage zu ermöglichen. Fairer Handel nimmt dabei seine produzierenden Partner ernst und unterstützt sie in ihrer Arbeit, anstatt von außen fremde Finanz- oder Sachmittel zu gewähren.

Der Food-Sektor ist aber nur ein kleiner Bereich in dem Deutschland und andere Industrie-Nationen vom massiven weltweiten Lohngefälle profitieren. Durch Textilfabriken in Asien kann hier Kleidung zu Schleuderpreisen verkauft werden und auch trotz hoher Endverkaufspreise in der Elektronik-Branche bleibt nur ein geringer Anteil bei den herstellenden Arbeitern. In vielen Brachen kann nur ein Umdenken der Verbraucher die Lebensumstände der Arbeiter in den Billiglohn-Ländern langfristig verbessern.

ALTUS ist der Meinung, dass solch ein Ruck auch die Kulturbranche erfassen sollte. Wir als Musikliebhaber und Kulturveranstalter müssen Verantwortung übernehmen für die Menschen in Ländern, um deren Infra- und Sozialstruktur es bei weitem nicht so gut bestellt ist, wie bei uns. Wir sollten etwas zurückgeben von dem Profit, den wir aus der Stellung Deutschlands als Exportweltmeister ziehen.

Doch kaum jemand ist bereit, etwas ohne Gegenleistung zu schenken. Sogar die Hilfsaktionen zur Weihnachtszeit lassen sich als „Markt des guten Gewissens“ verstehen.

Wie also auf der einen Seite den Konsum und den Genuss nicht schmälern und auf der anderen Seite dennoch Kinder in beispielsweise Moldawien am Wohlstand teilhaben lassen?

ALTUS hat dafür die Personal- und Finanzstrukturen der deutschen und internationalen Kulturbranche studiert, um herauszufinden, an welchen Rad wir drehen müssen, damit es allen besser gehen kann. Die Antwort: faire Konzerte.

Angenommen ALTUS kümmerte sich darum, dass moldawische Kinder zu Musikern oder Sängern ausgebildet würden und ein Anteil Ihrer Honorare wieder den benachteiligten Waisen in ihrem Heimatland zu Gute kämen. Würde die verfügbare Spanne ausreichen, um die Lebensbedingungen in beispielsweise Pirita entscheidend zu verbessern. Wohl kaum! Daher ist es notwendig, dass die von ALTUS geförderten Künstler zu den Spitzenverdienern ihrer Branche gehören. In kaum einem anderen Sektor sind die Gagen derzeit so rapide angestiegen, wie im Bereich der Gesangs-Stars. Die wenigen Tenöre von Weltruhm verdienen an einem Abend oft mehr als ein deutscher Facharbeiter in einem ganzen Jahr. Allerdings handelt es sich hier um einen hart umkämpften und schwer erarbeiteten Status, der nicht nur auf sängerischer Qualität, sondern auch Charisma aufbaut.

Doch gibt es auch einen Bereich innerhalb der klassischen Musik, der in den letzten Jahren boomt und zugleich auf einer Fiktion aufbaut: Counter-Tenöre. Für unsere Zeit die einzige Möglichkeit neben technischer Synthese an den Klangeindruck der legendären Kastraten-Stimmen ansatzweise heranzukommen. Konzerte von namhaften Stars dieser Szene sind oft monatelang im voraus ausgebucht.

ALTUS möchte diesen Trend zu Gunsten der Republik Moldau nutzen und optimieren. Wir streben gemeinsam mit dem Waisenhaus in Pirita an, durch jahrelanges Training und zeitgemäße medizinische Methoden ein Monopol im Sektor der alten Musikpraxis zu erreichten und die verlorene Stimme der europäischen Musik wieder rezipierbar zu machen: „Klar und durchdringend wie die Stimme von Chorknaben, aber lauter und eigentümlich trocken, brillant und leicht.“ 

Durch die ausgemachte Sonderstellung der Stars von ALTUS werden die prognostizierten Honorare weit über den derzeitig gängigen Gagen liegen. Damit wird es möglich, sowohl die hohen Ausbildungs- und Betreuungskosten zu decken, die langfristig anfallen werden als auch einen hohen finanziellen Anteil in den Ausbau der kooperierenden Waisenhäuser und deren schulische und personelle Ausstattung zu re-investieren. Klasse singt für Masse...

Mit diesem Konzept sauberer Musik ist jedem der Beteiligten geholfen. Auf der einen Seite entsteht für den Klassikliebhaber der Industrienation ein klanglicher Mehrwert im Genuss der so seltene und reinen Stimme, während auf der anderen Seite Kinder und Stipendiaten des ALTUS-Projektes von den erzielbaren Honoraren profitieren.

ALTUS gibt Radu eine Stimme!

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